Chorherrenstift St. Michael Beromünster

In Beromünster, einem historischen Zentrum im Kanton Luzern mit nationaler Bedeutung, befindet sich das Chorherrenstift St. Michael. Das Stift mit der Stiftskirche, den Chorherrenhäusern und den reichen sakralen Künsten ist Anziehungspunkt für viele Gläubige, Familien und Touristen. Die Chorherren, alles ehemalige Pfarrer, leisten einen wichtigen Dienst für das Stift. Sei dies in der Seelsorge oder in der Verwaltung des Kulturgutes.

Das Chorherrenstift St. Michael Beromünster ist über tausend Jahre als. Damals gründete Graf Bero von Lenzburg das Stift. Nach alter Sage verlor hier sein Sohn das Leben in einem Kampf mit einem Bären. Daraufhin liess der Graf das Stift als Begräbnisstätte für seine Familie erbauen.

Seit den Anfängen im 10. Jahrhundert lebte am Stift eine Gemeinschaft von Geistlichen, die dem Weltklerus angehörten. Das ursprünglich gemeinsame, klosterähnliche Zusammenleben wurde vor bald 800 Jahren, im Jahr 1217, aufgegeben. Seither bewohnt jeder Chorherr ein eigenes Haus. Früher war es auch üblich, dass er dieses auf eigene Kosten baute und instand hielt.
Diese Chorhöfe bilden zusammen mit der Stiftskirche ein architektonisches Ensemble von ausserordentlichem Rang. Viele Häuser oder einzelne Bauteile gehen noch auf das späte Mittelalter zurück, als die Söhne des regionalen Ritteradels, der Herren von Rinach, Baldegg, Liebegg etc. auf den Chorherrenpfründen sassen. 1415 kam das Stift definitiv zu Luzern, und in der Folge wurden die Chorherrenstellen immer mehr von den dortigen Patrizierfamilien besetzt. Die Pfründen am damals reichen Stift waren sehr begehrt, sie waren lukrativer als jene am Leodegarstift in Luzern.

Diese wohlhabenden Herren aus dem Luzerner Patriziat prägten das Stift im 17. und 18. Jahrhundert ganz entscheidend. Das manifestierte sich auch in einer umfangreichen Bautätigkeit. Zahlreiche Chorhöfe wurden dem Geschmack der Zeit entsprechend umgebaut, andere neu errichtet. Das äussere Erscheinungsbild der heutigen Stiftshäuser stammt aus dieser Zeit. Viele besonders wohlhabende und kunstsinnige Chorherren setzten sich ein Denkmal, indem sie die Räume im Innern ihres Hauses auf kostbarste Art und mit grossem Aufwand ausstatten liessen. Etliche Stiftshäuser tragen noch heute den Namen der damaligen Bauherren.