Der Felixaltar

"Fünf statt der abgemachten zwei Jahre schnitzte Hans Ulrich Räber an den unzähligen Figuren und Figürchen des zweigeschossigen Felixaltar. Das künstlerisch herausragende Werk integriert auf höchst originelle Weise den sonst unbekannten und legendenlosen Römerheiligen in eine bewegte Weltgerichts-Darstellung nach mittelalterlichem Schema. Im Feldherrenkostüm posiert Felix mit modischem Schnauz und Spitzbart. Triumphengelchen mit Lorbeerkränzen umkreisen ihn. Als christlicher Märtyrer hat Felix den Tod überwunden und kommentiert nun mit theatralischen Gesten das Geschehen am jüngsten Tag und die vier letzten Dinge (Tod, Gericht, Himmel und Hölle).

Den betenden Pilgern erscheint der Heilige als Fürsprecher in der Stunde des Todes und des Gerichts."

Textquelle: Dieter Bitterli, Die Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau in Hergiswald (LU), Schweizerische Kunstführer GSK (2. Aufl. Bern 2007)