Die Fresken im Chor und an den Längsseiten

Bei der Restaurierung 1976/77 wurden im Chor und an den Längsseiten des Langhauses Fresken entdeckt. Sie sind von grossem kunst- und kulturhistorischem Interesse. Zum einen vermitteln sie einen Einblick in die Kunstauffassung und Maltechnik der Spätgotik. Zum anderen erhält durch die hohe künstlerische Qualität der Innenraum eine zusätzliche Steigerung. Die schwungvolle und sichere Strich- und Pinselführung lässt eine geübte Künstlerhand vermuten.

Thematisch nehmen die Bilder nur teilweise auf den Wallfahrtsort Heiligkreuz Bezug. Die spärlich erhaltenen Malereifragmente im Chor liessen deutlich erkennen, dass hier einer gotischen Tradition entsprechend die heiligen Apostel an die Wand gemalt waren.

Auf der linken Seite des Kirchenschiffes konnten einige Szenen der Passion freigelegt werden. Das Hauptbild ist eine Darstellung des Jüngsten Gerichts, ein Fresko, das nicht nur durch seine Grösse sondern auch durch die erzählerische und lebendige Bildauffassung den Kirchenraum dominiert.

Die Wandbilder auf der rechten Seite des Kirchenschiffs sind ausschliesslich auf die Heiligkreuzlegende bezogen. In den Fresken wird die Legende der Auffindung des Heiligen Kreuzes durch die Kaiserin Helena erzählt.