Hochaltar

"Direkt an der Stirnwand der Loretokapelle ist der Hochaltar mit dem Engelsfenster aufgebaut. Durch dieses blickt man in das Innere des Heiligen Häuschens. Mit ziemlicher Sicherheit wurde der Altar ab 1652 in der Werkstatt von Hans Ulrich Räber geschnitzt. Die Holzplastiken sind rund um das Altarbild schwebend frei zu einem lebendigen, krippenhaften Ensemble gruppiert.

Optisch zusammengefasst wird das Ganze von einem blauen Vorhang, der durch eine achteckige Baldachinkuppel festlich erhöht ist.

Das grossformatige Altarbild mit der Verkündigung Mariä ist eines der wenigen Stücke, die nicht zur ursprünglichen Kirchenausstattung gehören. Der Luzerner Alois Schwegler (1832-1902) malte es im nazarenischen Stil seiner Zeit und in Nachahmung des originalen Verkündigungsbildes. Die vollplastischen Hauptfiguren des „Erzengelaltars“ (wie Pater Ludwig den Altar in seinen Notizen nannte) bilden den engeren Kreis der Heiligen Sippe. Die grössten sind die Eltern Marias. Ihnen zugeordnet sind die etwas kleineren Plastiken der Eltern Christis im goldenen Strahlenkranz. Zwei schauerliche Schlangenkörper tragen auf ihren geringelten Schwänzen die Erzengel Raphael und Michael. Oben inmitten einer Engelschar ist das bekannte Loretomotiv: Engel tragen das Häuschen durch die Lüfte (Inschrift aus der Apokalypse 21,3: „Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen“), darüber in den Wolken die Halbfigur Marias mit dem Kind."

Textquelle: Dieter Bitterli, Die Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau in Hergiswald (LU), Schweizerische Kunstführer GSK (2. Aufl. Bern 2007)