Veranstaltungen

Sonntag, 11. Juni 2017, 18 Uhr, Kapellenkonzert (Gesang mit Harfe)

Wallfahrtskapelle St. Ottilien, Buttisholz

Die Wallfahrtskapelle St. Ottilien in Buttisholz mit ihrer fast orientalisch anmutenden Architektur des Achtecks wurde 1669 als reiner Zentralbau gebaut. Sie liegt mitten im Grünen auf einer kleinen Anhöhe in unmittelbarer Nähe des Weilers St. Ottilien. Von der Kapelle aus besteht nach Norden ein schöner Ausblick auf Dorf und Schloss Buttisholz. Richtung Westen ist der Blick frei ins Rottal bis zum Jura und Weissenstein. 

Als Ort der Stille und des Gebetes, des Vertrauens und der Kraft lädt die Kapelle zum Besuch ein. Die Kapelle ist der heiligen Ottilia geweiht. Sie ist die Fürbitterin für gutes und gesundes Augenlicht. 

Baubeschreibung

Der Hochaltar, ein Prunkstück des frühen Barock, füllt seine Raumnische mit Formen und Farben. In der Mittelnische präsentiert sich die Patronin als Äbtissin mit dem Krummstab, eine wohl für den Altar geschaffene Figur, von den noch aus spätgotischer Werkstatt stammenden und stilistisch angepassten beiden Heiligenstatuen St. Katharina und St. Jost flankiert. Über der Zurgilgenschen Wappenkartusche thront die Prozessionsmadonna mit Jesuskind, den Meisterwerken Johann Ulrich Räbers anverwandt.

Das vorbarocke Gnadenbildnis, St. Ottilia als Ordensfrau mit Buch und Pupillenpaar spätgotischer Prägung, wird auf dem rechten Seitenaltar dargestellt. Der bescheidene Kirchenschatz ist bei den Buttisholzer Kostbarkeiten verwahrt.

Die heilige Ottilia

Die heilige Ottilia wurde als blinde Tochter des herzoglichen Elternpaares Adalrich und Bereswinda im Jahre 657 nach Christus auf dem Schloss Hohenburg, südwestlich von Strassburg, geboren. Der Vater war ein entschlussfreudiger und aufbrausender Mann; die Mutter eine edle, demütige Adelsfrau. Auf dem Schloss fehlte nichts. Reichtum, Macht und Ansehen waren in Hülle und Fülle vorhanden. Die Blindgeburt seiner Tochter Ottilia kränkte den ehrsüchtigen Vater sehr. Er wollte die Tochter töten oder sie doch mindestens nie mehr wieder sehen. 

Die Mutter schaffte das Kind weg. Es kam zu einer Amme und von dort ins Frauenkloster Baume in der Nähe von Besançon. Der heilige Eberhard, Abt von Ebersmünster an der Ill, taufte die blindgeborene Herzogstochter auf den Namen Ottilia. Mit der Taufe wurde sie sehend. Ottilia heisst: "Tochter des Lichtes". 

Gegen den Widerstand des Vaters holte dessen Lieblingssohn seine Schwester Ottilia auf das Schloss zurück. Liebevoll tat Ottilia den Armen und Kranken Gutes. Ottilias Vater enterbte sie, als er sie gegen ihren Widerstand verehelichen wollte. Ottilia floh und wurde Nonne. Sie betete in der Einsamkeit für ihren verblendeten Vater. Er bekehrte sich und liess seine Tochter auf dem Schloss Hohenburg ein Nonnenkloster gründen. Als dieses nicht mehr ausreichte, stiftete die heilige Ottilia das Kloster Niedermünster am Fusse des Odilienberges im Elsass. Beiden Klöstern stand sie als Aebtissin bis zu ihrem Tode um 720 vor. 

Wallfahrtszeugnisse

Zur Wallfahrt zählen die Wallfahrtszeugnisse oder Votivgaben. Die Votivgaben sind dankbare Zeugnisse von Gebetserhöhrung. Heute werden die Anliegen und Dankbezeugungen meistens nur noch ins Anliegenbuch eingetragen.

Eine volkskundlich geschätzte Sammlung gemalter Votivtafeln und kunstvoller Stickereien und Flechtereien sind vorhanden. Einige zieren die Wände der Seitenaltäre. Besonders ausdrucksvoll und ergreifend muten mit ihrem Ex voto die namenlosen Bilderaugen an, wie Blicke aus dem Erden-Elend in eine geheilte und heile Welt.

Die Mausohr-Wochenstube in St. Ottilien

Phantastische und auch unheimliche Vorstellungen ranken sich um die Fledermäuse, die leicht und elegant durch das Dunkel der Nacht fliegen. Welcher Stolz, dass eine Art aus dieser Tiergruppe - das Grosse Mausohr - in der Kapelle St. Ottilien Quartier bezogen hat!

Kapellenstiftung St. Ottilien
Präsident Isidor Stadelmann
St. Ottilienstrasse 42
6018 Buttisholz
041 928 14 84 oder 079 / 444 62 84
i.stadelmann@datazug.ch
www.ottilienkapelle.ch