Das Leben als Eremit 

Mit Bewilligung seiner Obern und des Papstes Innozenz VIII. verliess Johann Wagner, ein Kartäuserbruder aus Ittingen, im grauem, groben Ordenskleid und dem Bussgürtel um die Lenden, das Kloster und nahm seinen Weg in das Innere der Schweiz. Er wollte an einen Ort wo die himmelstrebenden Berge den Menschen ermahnen und gelangte nach Luzern.

Zwei Stunden von Luzern entfernt, schlägt er in einer von Tannen und Gesträuchen umgebenen und von einem überhängenden Felsen bedeckten Höhle seine Bleibe auf. Diese Höhle befand sich, wie es in alten Urkunden heisst, „zwei bis drei Steinwürfe“ südöstlich unterhalb der jetzigen Kirche. Bei der Höhle ist heute noch eine kleine Ebene, welche einige Schritte breit ist. In unmittelbarer Nähe rauscht der Renggbach.

Ohne alle häusliche Einrichtung, mit nur einer Felsbank als Lager, verlebte Bruder Johannes hier seine seligsten Tage unter Fasten, Abtötung, Gebet und Betrachtung. Noch mehr als früher übte er sich hier in der klösterlichen Zucht und nach den strengen Regeln des Karthäuserordens. An Sonn- und Feiertagen ging Bruder Johannes in den Gottesdienst nach Kriens. Hie und da fragte er bei den umwohnenden Landleuten um Nahrung an, die ihm mit Freuden gegeben wurde. Er sagte nicht woher er kam und für die Leute war er der Bruder Johannes, ein heiligmässiger Mann. Das war alles, was man von ihm wusste.