WALLFAHRT ZUM SCHUTZPATRON

Der Schutzpatron Jost

Jost - französisch Josse - wurde im Jahre 602 in der Bretagne geboren, als zweitgeborener Sohn des dortigen Königs. Er genoss eine umfassende Ausbildung in einem Kloster. Als sein älterer Bruder als Nachfolger seines Vaters versagte, war die Thronfolge an ihm. Jost verzichtete auf Krone, Macht und Hofleben. Er wurde Priester und später Eremit und Ratgeber zahlreicher Leute. Laut der Legende bewirkte er mehrere Wunder, wurde vom Pabst geehrt und galt als Heiliger, als er 669 in dem nach ihm benannten Ort St.Josse-sur-Mer am Pas de Calis starb, wo er ein Kloster gestiftet hatte. Nach seinem Tod setzten Pilgerreisen an sein Grab ein, es entstanden aber auch viele ihm geweihte Kapellen und Kirchen, die ihrerseits Pilgerorte wurden wie z.B. St. Jost zu Blatten.

 

 

Der hl. Jost gilt als Schutzpatron für Reisende und Pilger. In der Schweiz wurde seine Fürsprache wegen existenziellen Problemen, Krankheiten aller Art, Augenleiden, Tierwohl und Erntesegen gesucht. Die aus diesen Motiven erfolgten Wallfahrten nach Blatten erreichten ein sehr grosses Ausmass. Man kann dies anhand der zwei geräumigen Sakristeien, der acht Beichtstühle, der Vielzahl an Ex-Voto, des Waschhauses und der Devotionalieneinrichtung erahnen. 

 

Darstellungen und Symbolik des hl. Jost

Die Symbolik des hl. Jost besteht in der zu Füssen liegenden weltlichen Krone (mit Szepter), da er die Insignien der Macht ablehnte und nach der göttlichen Krone strebte. Ausserdem wird er im Pilgergewand mit Muschel auf dem Hut, mit Wanderstab und Bibel dargestellt. In Blatten ist seine Darstellung vielfältig und zahlreich. Er grüsst den Besucher schon ab dem First und ist im Innern allgegenwärtig in Bildern und Statuen.

 

Besonders eindrücklich ist die Darstellung im Deckenbild des Kirchenschiffes, auf dem Jost von Christus - im Beisein von Gott Vater, dem heiligen Geist, Maria und Josef - die göttliche Krone überreicht erhält.

Votivbilder

Ab der Barockzeit gehörte es zur Wallfahrt, dass Votivgaben für die erfolgte oder gewünschte Rettung aus einer Notlage gemacht wurden. St. Jost Blatten besitzt vielfältige Muster solcher Gaben. Am meisten vertreten sind die in naiver Volksmalerei entstandenen Votivbilder, welche das zu behebende Leid der Wallfahrenden und oft auch die wundersame Errettung bildlich festhält. Noch 185 Stück sind davon erhalten, wovon eine Auslese im Kirchenraum ausgestellt ist.

Daneben besitzt Blatten im Kirchenschiff eine in einen Stuckrahmen gesetzte Votivpuppe, zu der daneben eine Inschrift aus dem Jahre 1558 mit der Leidensgeschichte und der Errettung des Kindes gehört. Nach einem 2. Diebstahl musste die Puppe durch ein Duplikat ersetzt werden. In der oberen Sakristei werden weitere Votivgaben (metallene Körperteile, Wachspuppe) aufbewahrt.