Kulturangebot - Chorherrenstift St. Michael

Besuchen Sie das Chorherrenstift St. Michael und überzeugen Sie sich von der Schönheit des Stiftes das als europäisches Kulturerbe gilt. Wer das Stift besser kennenlernen möchte, der nimmt am besten an einer geführten Tour teil. Geschichtsinteressierte kommen in der Stiftsbibliothek oder im Stiftsarchiv auf ihre Kosten. Im renovierten Stiftstheater finden das ganze Jahr über immer wieder verschiedene Vorstellungen statt. Auch für Museums-Liebhaber lohnt sich Beromünster. Erfahren Sie mehr zum Museum Haus zum Dolder und zum Schlossmuseum. 

Führungen

 

Der Chorherrenstift St. Michael Beromünster bietet für Interessierte verschiedene Führungen an.

 

Kleine Führung:

Dauer: 40 Minuten

Inhalt: Chorgestühl und Sakristei

CHF 10.– pro Person

Mindestpreis CHF 80.–

 

Grosse Führung:

Dauer: 60 Minuten

Inhalt: Chorgestühl und Sakristei und Schatzkammer Sigeltal

CHF 15.– pro Person

Mindestpreis CHF 120.–

 

Spezialführung:

Dauer: mindestens 90 Minuten

Dauer, Inhalt und Preis nach Absprache

 

Weitere Auskünfte

Telefonisch unter 041 930 15 13 oder per E-Mail an fuehrungen@stiftberomuenster.ch.

 

Bibliothek

 

Die Geschichte der Stiftsbibliothek reicht bis in die Anfänge des Stiftes im 10. Jahrhundert zurück. Bücher spielten hier seit jeher eine wichtige Rolle. Die grossen liturgischen Folianten, die in der Kirche täglich für Gottesdienst und Chorgebet gebraucht wurden, sicherte man im Mittelalter sogar mit Ketten gegen Diebstahl. Vor der Erfindung des Buchdrucks waren diese nämlich unersetzliche Kostbarkeiten. Eine erste, vereinzelte Nachricht über eine Liberia des Stiftes stammt erst aus dem Jahr 1391. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts ist dann öfter von der Bibliothek die Rede. Die Gründe für dieses relativ späte und nur sporadische Auftauchen einer gemeinsamen Bücherei liegen einerseits darin, dass die Stiftsherren

im Gegensatz zu den Klöstern keine vita communis, kein gemeinsames

Leben, pflegten, sondern eigene Haushalte führten. Zum andern erlitt das Stift im 13. und 14. Jahrhundert schwere Schädigungen durch Kriegszüge und Brandschatzungen, denen mit grosser Wahrscheinlichkeit auch Bücher zum Opfer fielen.

 

Seit dem 14. Jahrhundert sind allerdings einzelne gelehrte Chorherren und Kapläne bekannt, die für damalige Verhältnisse umfangreiche Privatbibliotheken besassen. Da aber für die Stiftsbibliothek lange geeignete Räumlichkeiten fehlten, verschenkten die Stiftsgeistlichen ihre Bücherschätze häufig an Klöster, an Engelberg, Einsiedeln, Gnadental und vor allem an das 1606/08 gegründete Kapuzinerkloster Sursee.

Stiftsarchiv

 

Das Stiftsarchiv Beromünster gehört neben der Stiftskirche, dem Kirchenschatz, den Bauten im Stiftsbezirk und der Bibliothek zu den wichtigen grossen Kulturgütern des Stiftes. Als eines der bedeutendsten geistlichen Archive der Schweiz umfasst es Archivgut bis ins 11. Jahrhundert zurück. Neben der grossen Schenkungsurkunde von Ulrich dem Reichen von Lenzburg aus dem Jahr 1036 und den kaiserlichen Schirmbriefen von 1045 und 1173 fällt vor allem der reiche Urkundenbestand aus dem 13. und 14. Jahrhundert auf.

 

Aus der Zeit von Propst Jakob von Rinach (1313-1362) stammen die beiden ältesten Jahrzeitbücher und umfassende Einkünfteverzeichnisse (Rödel). Da der Güterbestand des Stiftes weit über das Michelsamt hinausreichte, sind für zahlreiche Ortschaften die ältesten schriftlichen Dokumente im Stiftsarchiv zu finden.

 

Herausragend sind die langen Quellenreihen, die der ununterbrochenen Existenz des Stifts zu verdanken sind. So erlauben etwa die Aufzeichnungen zum Kirchenzehnten die Agrarproduktion vom 15. bis zum 19. Jahrhundert zu verfolgen. Noch beinahe unerforscht sind die auch ästhetisch wertvollen Pläne zum ausgedehnten Waldbesitz des Stifts.

 

Dieses Stift war während fast tausend Jahren der bedeutendste Grund- und Gerichtsherr seiner Region. So bewahrt das Stiftsarchiv auch die Erinnerung an das tägliche Leben vieler Generationen einfacher Leute in den Dörfern und im Flecken Beromünster.

Stiftstheater

 

Das Stiftstheater Beromünster ist nicht nur ein Haus. Es sind auch nicht zwei, als liessen sich Theater und Schol einfach aufaddieren. Es ist ein historisches Gebilde mit in Stein und Balken gespeicherter Geschichte und Geschichten: Vom Kornspeicher zum Kulturhaus. Es liegt im architektonisch einzigartigen Areal des barocken Stiftsbezirk St. Michael im lebendigen Flecken Beromünster.

 

Weitere Informationen zum Theater finden Sie hier.

Museum Haus zum Doller

 

Als ob er gleich wieder zurückkäme: Das Haus zum Dolder besticht durch die Unmittelbarkeit der Präsentation einer ebenso hochstehenden wie vielfältigen Sammlung, wie sie von drei Generationen Landärzten passioniert zusammengetragen und vom letzten bei seinem Tod 1976 hinterlassen wurde. Innerschweizer Kunst- und Kulturgut, barockes Kunsthandwerk aus der Region, bedeutende Möbel und viele Hinterglasgemälde, Fayancen, Zinn, Trachtenschmuck, sakrale Skulpturen und religiöse Volkskunst, Amulette sowie Medizinalgeräte, Apothergefässe und eine umfangreiche Bibliothek vermitteln einen faszinierenden Einblick, wie sehr die Kultur den persönlichen Alltag, die Arbeits- und

Lebenswelt der Familien Dolder-Müller geprägt und bereichert hat.

Zusätzlich Wechselausstellungen im Dolder-Keller.

 

Haus zum Dolder 

Fläcke 17

CH- 6215 Beromünster 

+41 41 917 24 64

info@hauszumdolder.ch

www.hauszumdolder.ch

 

Anreise

Bus 52 von Luzern (alle 30 Min.) / Haltestelle Flecken 

Postautos von Sursee und Beinwil am See stündlich

 

 

Zum Führungsangebot 

 

 

SchlossMuseum

 

Älteste Buchdruckerei der Schweiz

Das "Schloss", wie man es seit jeher nennt, ist eines der ältesten Gebäude in Beromünster. Als Wohnturm wurde es vor mehr als 600 Jahren erbaut. Von wem und für wen weiss niemand mehr. In alter Zeit wohnten hier Ritter, Bedienstete des Stiftes und auch Chorherren.

 

Im Schloss stand die älteste Buchdruckerei der Schweiz. Hier druckte 1470 Chorherr Helias Helye das erste datierte Buch, ein 600-seitiges theologisches Werk in lateinischer Sprache, genannt Mamotrectus. Helias Helye tat dies erstmals in Anwendung der kurz

zuvor von Gutenberg in Mainz erfundenen Buchdruckerkunst.

Der Satz war zusammengesetzt aus vielen einzelnen Typen oder auch Lettern genannt.

 

Das letztlich sehr baufällige Haus wurde 1929 vom dafür eigens gegründeten "Verein Schloss Beromünster" gekauft und restauriert. Es beherbergt jetzt eine reichhaltige Sammlung, welche die Geschichte des Stiftes und des Fleckens Beromünster dokumentieren.

 

Das Schloss ist ein gern besuchtes Museum, in dem eine betriebsbereite Druckerei mit Giessofen, Setzkasten und Spindelpresse, wie sie einst Helias Helye benutzte, nicht fehlt. Schüler erhalten hier auf eindrückliche Art Einblick in die Erfindung der Buchdruckerkunst.

 

Zu sehen sind in den Wohnräumen und in der Küche aus uralter Zeit, verteilt über fünf Stockwerke, Möbel, bemalte Kachelöfen, Ölbilder, Hinterglasgemälde, Kupfer- und Zinngeschirr, Fayencen, Glaswaren, Andachtsgegenstände der Volksfrömmigkeit, Klosterarbeiten, gewerbliches Werkzeug, Produkte der Strohflechtindustrie und Korbwaren, Spielzeuge, Jasskarten, Werbeplakate, Musikinstrumente, Trachtenschmuck, landwirtschaftliche Gerätschaften, Waffen, Erinnerungen an verschiedene Gelehrte und Künstler aus dem Michelsamt und vieles mehr.

 

 

Mehr zum Schlossmuseum erfahren Sie hier.